Sie hätten ihre Liebe geheimer halten sollen

ELIZABETH IN DER CASA DI GUILETTA IN VERONA /2019

Jungmädchenträume von der großen Liebe waren Elizabeths stille Leidenschaft. Gern hätte sie sich der Mutter anvertraut, doch das schien ihr nicht ratsam, weil ihr Vater feste Vorstellungen von der Ehe hatte. Eines Tages, klärte er sie über die Gefahren ungezügelter Leidenschaft auf. Als Erziehungsmaßnahme gingen sie dann abends ins Londoner Lyceum Theatre zu „Romeo and Juliet“ und erlebten gemeinsam deren tragisches Ende.

Seither verschlang Elizabeth alles, was sie über Romeo und Julia lesen konnte. Sie liebte die Balkonszene in der Casa di Guiletta von Verona und das entsprechende Gemälde von Ford Madox Brown, das sie in einer Kunstausstellung gesehen hatte. Einmal, nachdem sie sich bei Luigi Peroni fotografieren ließ und danach im Finsbury Park spazieren ging, kam ihr die Erzählung von Luigi da Portas in den Kopf. Er erzählte das Ende der Liebenden als Strafe wegen des Ungehorsams gegen die Eltern. „Sie hätten ihre Liebe geheimer halten sollen“, dachte sie.

„Sie hätten ihre Liebe geheimer halten sollen“, dachte sie.

jPs Arbeiten sind Fotomontagen und Geschichtscollagen, zu Fotos von vor über 100 Jahren und Bildern von heute. Elizabeth, Elin und all die anderen Protagonisten und ihre Geschichten sind ein Kunstgriff, fiktionale Prosa. Wie aus dem Dornröschenschlaf wach geküsst erweckt der Künstler sie wieder zum Leben und konfrontiert sie mit Phänomenen, die zu ihrer Zeit undenkbar waren.

ELIN VOR EINEM GRAFFITI IN BERLIN /2019

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