Pamukkale ist überall

Hellblau färbt der Himmel über Pamukkale das warme Wasser der Sinterterrassen. Die über Jahrtausende entstandenen kalkhaltigen Thermalquellen sind ein wahres Badeerlebnis. Eine Frankfurter Zeitung empfahl ihren Lesern daher die Touristenattraktion in der Provinz Denizli im Südwesten der Türkei alsbald zu besuchen. Befürchtet wurde, dass die großen Touristenströme die naturgemäß äußerst empfindlichen Kalkterrassen zerstören werden und die Sehenswürdigkeit nicht mehr ansehenswert ist. Eine gut gemeinte Empfehlung, die allerdings die Befürchtung befeuert.
Doch Pamukkale ist überall. Große Touristenströme rasen wie Heuschrecken über den Erdball. Der Tourismusexperte Jost Krippendorf fand entsprechend den Begriff „Die Landschaftsfresser“. Mehr Reisen wünschte sich auch der Vater des deutschen Wirtschaftswunders Ludwig Erhard. Mehr Auslandsreisen sollten den von befreundeten Staaten angeprangerten, permanenten Überschuss in der Außenhandelsbilanz verringern.
Heute gehen 45 Millionen deutsche Urlaubsreisen ins Ausland. Venedig droht durch die Kreuzfahrer im Mittelmeer zu ersaufen. „Venedig ist überall“ schreibt Bruno Frey. Um dem Übertourismus zu begegnen schlägt er entsprechende Nachbauten in der Heimat vor, die dann dem Reiseziel den Reiz nehmen. Wir kennen die Idee aus den Arbeiten des Künstlers Iason Clam, der die Berliner Mauer oder den Berliner Reichstag nach New York versetzte …

Pamukkale ist überall.

© 2020 Iason Clam

… oder vom

bayerischen Dorf in den amerikanischen Blue Ridge Mountain, vom Petersdom im Vatikan und in der westafrikanischen République de Côte d’Ivoire, von der Tower Bridge in London und im chinesischen Suzhou, vom Märchenschloss König Ludwig II. im bayerischen Neuschwanstein und in der chinesischen Provinz Liaoning, vom Pariser Eifelturm im chinesischen Hangzhou und im amerikanischen Las Vegas, aber auch von der Freiheitsstatue im Pariser Jardin du Luxembourg, auf Long Island im New Yorker Hafen und in Los Angeles.

© 2020 Iason Clam

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